Die Petition in Berlin

Am Montag, 23.2.2026 waren wir in Berlin bei der Anhörung der Petition zur Neuberechnung das Deutschlandtaktes ohne Hochgeschwindigkeit.

Da viele von euch die Petition gezeichnet haben, wollen wir euch jetzt über den Stand informieren.

Vor der Anhörung hatte sich eine beeindruckende Anzahl an Unterstützern auf der gut gefüllten Zuschauertribüne eingefunden.

Die Anhörung hat ca. 1 Stunde gedauert. Nach der Vorstellung durch Sarah Brodowski und Jan Hinrich Thies von der BI Widuland/Landfrauen OWL wurden die Vertreter aller Fraktionen des Bundestages in 2 Fragerunden aufgefordert, Fragen zu stellen. Für die CDU und SPD haben ‚uns wohl gesonnene‘ MdBs aus den Regionen Herford, OWL und Bielefeld teilgenommen.

Entsprechend der Fragen und Argumente schätzen wir die Position der Politiker wie folgt ein:

  • CDU, SPD, AfD und Linke würden den Antrag aus unterschiedlichen Gründen unterstützen
  • Einzig die Grünen lehnen den Antrag vehement ab. Der Anwesende Verkehrssprecher der Grünen MdB Gastel ist ein Verfechter der Hochgeschwindigkeit und unterstützt die Vorhaben der Bahn ohne Rücksicht auf Natur, Umwelt und Klima.

Der Petitionsausschuss hat seine Entscheidung – und damit die Empfehlung an den Bundestag – vertagt. Dies erfolgte auf Initiative des SPD MdBs Schwartze, weil seiner Meinung nach die Zeit für eine positive Entscheidung im Bundestag noch nicht reif sei. 
Der Petitionsausschuss kann nun Experten zu Rate ziehen und der weitere Entscheidungsprozess wird auch in den Fraktionen diskutiert.

Entscheidungen vom Petitionsausschuss bzw. am Ende vom Bundestag können wohl Monate dauern. Positiv müssen wir sehen, dass es nur sehr wenigen Petitionen gelingt, so weit zu kommen. Wir müssen uns also gedulden und die Zeit nutzen, um weiter fleißig zu informieren.

Hier ist der Link zur offiziellen Seite des deutschen Bundestages. Er enthält sowohl den Mitschnitt als auch eine inhaltliche Darstellung.

Deutscher Bundestag – Petitionen zum Deutschlandtakt der Bahn und medizinischen Cannabis-Gesetz

13.12.2025 Kolenfeld protestiert

Unserem Aufruf sind nicht nur zahlreiche Kolenfelderinnen und Kolenfelder gefolgt, sondern auch Betroffene aus Holtensen, Groß Munzel und Haste. Auf dem Hof Schnepel haben ca. 250 Teilnehmende  protestiert. Eine Riesenerfolg!!!

Von der Bahn-Tochtergesellschaft DB InfraGO war der Projektleiter Marvin Jekel anwesend, der den Stand des Projektes erläuterte. Die verbleibenden Varianten V3 und V4 überqueren die Autobahn bei der Biogasanlage und verlaufen direkt südlich von Kolenfeld.
Gemäß Jekel seien diese Varianten zwar schlechter bewertet als die Varianten V10 und V11, aber diese haben mehr Brücken und Tunnelanteilen und seien daher teurer. Hier maßt sich die Bahn damit an, zwischen Mensch, Umwelt, Natur, Landwirtschaft auf der einen Seite und Kosten auf der anderen Seite abzuwägen. Eine solch grundlegende Entscheidung muss Sache der Politik im Land und Bund sein.

Schlussendlich hat die Bahn anhand der Anzahl und Länge von Brücken und Tunnel entschieden, weil das wesentliche Kostentreiber seien. Aber ob damit wirklich die teuersten Varianten gestrichen wurden, steht nicht fest, weil keine Kosten ermittelt wurden und noch keine wirkliche Planung vorliegt.

Jörg Nohl hat die Argumente gegen die Hochgeschwindigkeitstrasse formuliert:

  1. Als betroffene Anrainer:
    Eine solche neue Hochgeschwindigkeitstrasse verursacht massive Eingriffe in Natur, Landwirtschaft, Ortsentwicklung und Lebensqualität.
  2. Als Steuerzahler:
    In Zeiten knapper Haushaltsmittel will die Bahn einen 2stellige Milliardenbetrag für eine Hochgeschwindigkeitstrasse ausgeben.
    2016 begann die Planung mit 5,6 Mrd€, 2019 waren es schon 8,4 Mrd € und nach Corona müssen noch einmal 30% Kostensteigerung berücksichtigt werden. Damit lägen wir heute bei 11 Mrd€.
    Für weitere Kostensteigerungen und Verzögerungen hat die Bahn für die Strecke Hamburg Hannover einen Faktor von 1,6 angenommen, nutzen wir den gleichen Faktor, enden wir bei 17,6 Mrd€ . Und das um gerade mal, um 17 Minuten einzusparen. 
  3. Als klimabewusste Bürger:
    Beim Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse werden über 1 Million Tonnen CO2 ausgestoßen, die nach Fertigstellung nie mehr ausgeglichen werden können, weil dann Fahrzeuge mit regenerativen Energien auf unseren Straßen fahren. Somit ist der Bau einer solchen Trasse im hohen Masse sogar klimaschädlich.
  4. Als Befürworter der Verkehrswende:
    Außerdem wird diese Trasse nichts zur Verkehrs- und Klimawende beitragen können, weil die Fertigstellung einfach zu spät kommt.
    Die Trasse Hannover Hamburg, die im Planungsprozess mindestens 5-6 Jahre vor uns liegt, soll frühestens 2050 oder sogar erst in 2063 in Betrieb genommen wird. Das würde für Hannover Bielefeld dann eine Inbetriebnahme irgendwann zwischen 2056 und 2070 bedeuten.
    So lange wird sich dann auch im Nah- und Regionalverkehr auf unserer Strecke nichts ändern, wir werden weiterhin am Bahnhof WU stehen und mindestens 30 Jahre auf eine Verbesserung warten.

All diese Punkte werden sowohl von der Bahn als auch vom Bundesverkehrsministerium ignoriert werden, daher haben die Anwesenden der Bahn die rote Karte gezeigt. Ein sehr eindrucksvolles Bild.

Aus dem Publikum kamen vielen Fragen, unter anderem wie es sein könne, dass der Bundestag am Ende der Planung diese nur noch bestätigen oder ablehnen könne, ihm aber keine Alternativen zur Auswahl gestellt werden. Ein Fragesteller titulierte dies nach der Bestätigung des Ablaufs durch den Bahnvertreter und Hendrik Hoppenstedt zusammenfassend als „Friss oder stirb“.

Am Ende der 2-stündigen Veranstaltung forderte H. Hoppenstedt die Anwesenden auf, den nun vorliegenden Entwurf zu akzeptieren und sich aktiv in die Diskussion einzubringen. Da hätten wir eine andere Stellungnahme von unserem Vertreter im Bundestag erwartet. Weiterhin sagte er zu, im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass von uns bei der Bahn angefragte Informationen von der Bahn auch zur Verfügung gestellt werden.

Die Bürgerinitiative wirbt weiterhin für eine erweiterte Generalsanierung, um das Nadelöhr zwischen Wunstorf und Minden zu entschärfen und damit die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Nahverkehrs deutlich vor dem Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse zu verbessern !!

Und hier noch einige Bilder von der Protestaktion

5.12.2025: Die Bahn entscheidet sich für die Variante direkt bei Kolenfeld

Die Bahn hat uns heute mit der Reduzierung ihrer 12 Varianten auf 2 geschockt.

Die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke soll die Kapazität zwischen Hannover und Bielefeld verdoppeln und die Fahrzeit von 48 min auf 31 min verkürzen. Nachdem die Bahn im August letzten Jahres 12 mögliche Trassenvarianten (V1 bis V12) veröffentlicht hatte, sind jetzt nur noch die Varianten V3 und V4 übriggeblieben. Diese

Diese Varianten seien einerseits gut bewertet, aber kostengünstiger als die noch besser bewerteten Varianten V10 und V11. Diese würden zwar durch größere Tunnelanteile besser bezüglich der Einwirkung auf die Menschen abschneiden, jedoch würde gerade dieses Mehr an Tunneln die Kosten in die Höhe treiben.

Während V10 und V11 auf der Südseite der Autobahn verlaufen und in einem Tunnel unter dem Deister münden, überqueren die jetzt ausgewählten Varianten V3 und V4 die Autobahn bei der Biogasanlage und verlaufen direkt südlich von Kolenfeld.

Wir haben unseren Auftritt beim Weihnachtsmarkt in Kolenfeld genutzt, um für unsere Veranstaltung am 13.12.2025 auf dem Hof Schnepel zu werben.

Wo heute Bäume leben, soll es morgen keine Trasse geben.

Unter diesem Motto haben wir an der Baumchallenge teilgenommen.
Danke an den Ortsrat Kolenfeld für die Nominierung!
Diese Aktion passt sehr gut zu unseren Zielen: Die Förderung des Natur- und Umweltschutz.
Am 10. August haben wir unseren BI-Apfelbaum gepflanzt! 🌳 Für Äpfel statt Schienen, für’s CO2-Umwandeln statt -Produzieren. So bringt er Kolenfeld einen Nutzen – ganz im Gegenteil zur geplanten ICE-Schnelltrasse. ‼️
Habt ihr ihn schon gefunden? Er steht an der Betonstraße zur Müllkippe genau da, wo die Trasse Entlang laufen soll.


Erntedankfest – Wir waren dabei

Beim Erntedankfest gab es noch nicht hat viel neues zu berichten. Die Bahn hat immer noch 12 Varianten, hat aber für einzelne Teilstücke weitere Untersuchungen durchgeführt. Für die Strecke Seelze – Lindhorst waren es insgesamt 5 Optionen: S 2.1 bis 2.5. Außerdem wurde auch eine Ausfädelung in Gümmer betrachtet.

Hier sind die Verläufe der Ausfädelung Gümmer:

Nach Analyse aller Raumwiderstände kommt die Bahn zu dem Schluss, dass die ursprünglich vorgestellte Variante (S 2.1) auch weiterhin die beste Wahl ist und alle anderen Optionen werden nicht mehr betrachtet.

Wir haben die Ergebnisse der Bahn hinterfragt und sehen einige Bewertungen durchaus anders. Zur Klärung haben wir einen Termin mit der Bahn am 10.10.2025 vereinbart.