Unserem Aufruf sind nicht nur zahlreiche Kolenfelderinnen und Kolenfelder gefolgt, sondern auch Betroffene aus Holtensen, Groß Munzel und Haste. Auf dem Hof Schnepel haben ca. 250 Teilnehmende protestiert. Eine Riesenerfolg!!!
Von der Bahn-Tochtergesellschaft DB InfraGO war der Projektleiter Marvin Jekel anwesend, der den Stand des Projektes erläuterte. Die verbleibenden Varianten V3 und V4 überqueren die Autobahn bei der Biogasanlage und verlaufen direkt südlich von Kolenfeld.
Gemäß Jekel seien diese Varianten zwar schlechter bewertet als die Varianten V10 und V11, aber diese haben mehr Brücken und Tunnelanteilen und seien daher teurer. Hier maßt sich die Bahn damit an, zwischen Mensch, Umwelt, Natur, Landwirtschaft auf der einen Seite und Kosten auf der anderen Seite abzuwägen. Eine solch grundlegende Entscheidung muss Sache der Politik im Land und Bund sein.
Schlussendlich hat die Bahn anhand der Anzahl und Länge von Brücken und Tunnel entschieden, weil das wesentliche Kostentreiber seien. Aber ob damit wirklich die teuersten Varianten gestrichen wurden, steht nicht fest, weil keine Kosten ermittelt wurden und noch keine wirkliche Planung vorliegt.
Jörg Nohl hat die Argumente gegen die Hochgeschwindigkeitstrasse formuliert:
- Als betroffene Anrainer:
Eine solche neue Hochgeschwindigkeitstrasse verursacht massive Eingriffe in Natur, Landwirtschaft, Ortsentwicklung und Lebensqualität. - Als Steuerzahler:
In Zeiten knapper Haushaltsmittel will die Bahn einen 2stellige Milliardenbetrag für eine Hochgeschwindigkeitstrasse ausgeben.
2016 begann die Planung mit 5,6 Mrd€, 2019 waren es schon 8,4 Mrd € und nach Corona müssen noch einmal 30% Kostensteigerung berücksichtigt werden. Damit lägen wir heute bei 11 Mrd€.
Für weitere Kostensteigerungen und Verzögerungen hat die Bahn für die Strecke Hamburg Hannover einen Faktor von 1,6 angenommen, nutzen wir den gleichen Faktor, enden wir bei 17,6 Mrd€ . Und das um gerade mal, um 17 Minuten einzusparen. - Als klimabewusste Bürger:
Beim Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse werden über 1 Million Tonnen CO2 ausgestoßen, die nach Fertigstellung nie mehr ausgeglichen werden können, weil dann Fahrzeuge mit regenerativen Energien auf unseren Straßen fahren. Somit ist der Bau einer solchen Trasse im hohen Masse sogar klimaschädlich. - Als Befürworter der Verkehrswende:
Außerdem wird diese Trasse nichts zur Verkehrs- und Klimawende beitragen können, weil die Fertigstellung einfach zu spät kommt.
Die Trasse Hannover Hamburg, die im Planungsprozess mindestens 5-6 Jahre vor uns liegt, soll frühestens 2050 oder sogar erst in 2063 in Betrieb genommen wird. Das würde für Hannover Bielefeld dann eine Inbetriebnahme irgendwann zwischen 2056 und 2070 bedeuten.
So lange wird sich dann auch im Nah- und Regionalverkehr auf unserer Strecke nichts ändern, wir werden weiterhin am Bahnhof WU stehen und mindestens 30 Jahre auf eine Verbesserung warten.
All diese Punkte werden sowohl von der Bahn als auch vom Bundesverkehrsministerium ignoriert werden, daher haben die Anwesenden der Bahn die rote Karte gezeigt. Ein sehr eindrucksvolles Bild.

Aus dem Publikum kamen vielen Fragen, unter anderem wie es sein könne, dass der Bundestag am Ende der Planung diese nur noch bestätigen oder ablehnen könne, ihm aber keine Alternativen zur Auswahl gestellt werden. Ein Fragesteller titulierte dies nach der Bestätigung des Ablaufs durch den Bahnvertreter und Hendrik Hoppenstedt zusammenfassend als „Friss oder stirb“.
Am Ende der 2-stündigen Veranstaltung forderte H. Hoppenstedt die Anwesenden auf, den nun vorliegenden Entwurf zu akzeptieren und sich aktiv in die Diskussion einzubringen. Da hätten wir eine andere Stellungnahme von unserem Vertreter im Bundestag erwartet. Weiterhin sagte er zu, im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass von uns bei der Bahn angefragte Informationen von der Bahn auch zur Verfügung gestellt werden.
Die Bürgerinitiative wirbt weiterhin für eine erweiterte Generalsanierung, um das Nadelöhr zwischen Wunstorf und Minden zu entschärfen und damit die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Nahverkehrs deutlich vor dem Bau einer Hochgeschwindigkeitstrasse zu verbessern !!
Und hier noch einige Bilder von der Protestaktion













