Wir argumentieren weiterhin gegen die Vorzugsvariante der Bahn

Diese Tasse verläuft an den Gartenzäunen von Holtensen vorbei, quert dann die A2 direkt an der Biogasanlage mit einer circa 17 Meter hohen Brücke und führt weiter durch einen Hochwasserausgleichsgebiets. Dann passt sie gerade zwischen der Mülldeponie und dem kritischen Bereich des Senkungsgebietes vom Kali und Salzschacht hindurch, vernichtet den Südteil des Haster Waldes und trennt dann die Ortschaft Suthfeld mittig durch. Mehr Schaden kann man kaum noch anrichten.

Es bleibt dabei:

  • Die Hochgeschwindigkeitsstrecke kommt viel zu spät für die Verkehrs- und Klimawende
    Die Fertigstellung wird nicht vor 2050 eher 2060 oder noch später erfolgen und somit würde die zusätzliche Kapazität erst in 30 – 40 Jahren zur Verfügung stehen, das hilft bis dahin weder dem ÖPNV noch dem Güterverkehr. Und kommt daher auch für die Klimawende viel zu spät.
  • Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ist klimaschädlich
    Beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke werden über 1,3 Mio. Tonnen CO2 erzeugt und nach Fertigstellung der Trasse wird der weitaus größte Teil des Verkehrs auf regenerative Energien zurückgreifen, somit wird dann kaum noch ein Gramm CO2 eingespart. Der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ist damit klimaschädlich!!
  • Die Hochgeschwindigkeitsstrecke ist zu teuer

Unter Berücksichtigung der Kostensteigerungen seit Corana (~ 30%) und dem Kostenfaktor der Bahn für ‚Unvorhergesehenes‘ wird die Investition heute auf 17 Mrd. € geschätzt.

Mit der ersten Schätzung von 5,7 Mrd. € ergab sich ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1,0. Bei den überproportional gestiegenen Kosten erscheint ein Wert heute über 1,0 kaum erreichbar.

Der Öffentliche Personennahverkehr ist der Schlüssel zum Erfolg für die Verkehrswende, nicht der Fernverkehr
Nur 5% der Bahn-Fahrgäste sind im Fernverkehr unterwegs. Das Geld für die neuen ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecken fehlt beim Ausbau, der Sanierung und der Digitalisierung des ÖPNV und der Bestandsstrecken, um mehr Pendler zu überzeugen, auf die Bahn umzusteigen. Wenn die ländlicheren Gebiete in das Netz des ÖPNV einbezogen sind, dann profitiert auch der Fernverkehr.

Eine Hochgeschwindigkeitstrasse kommt zu spät, ist zu teuer, ist klimaschädlich und kurzfristig nicht wirksam, um die aktuellen Herausforderungen im Schienenverkehr zu lösen. Zudem verursacht sie massive Eingriffe in Natur, Landwirtschaft, Ortsentwicklung und Lebensqualität. In jedem Industrieunternehmen würde ein solches Projekt sofort gestoppt und verworfen.

Eine ausführlichere Stellungnahme findet ihr hier.

Aber wir müssen auf jeden Fall eine schnellstmögliche Lösung für die Beseitigung des Kapazitätsengpasses auf der Strecke Wunstorf – Minden finden.

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